Einsatzbericht Nr. 54

12. November 2019 - Lagerhallenbrand Paul Hug Straße


Einsatzbericht

(tn/opw) Am Dienstagabend wurde der Großleitstelle in Oldenburg eine Rauchentwicklung aus einer großen Lagerhalle im Gewerbegebiet Sandkrug gemeldet. Diese alarmierte daraufhin um 18:11 Uhr die Feuerwehren Sandkrug und Wardenburg über digitale Meldeempfänger und Sirenen mit dem Stichwort “Verdächtiger Rauch”. Kurz darauf rückten die ersten Kameraden zur Einsatzstelle in die Paul-Hug-Straße aus. Bereits auf der Anfahrt konnte dichter schwarzer Rauch und Feuerschein vom Einsatzleiter wahrgenommen werden. Umgehend wurden daraufhin die Feuerwehren Kirchhatten, Sandhatten sowie die Drehleiter der Feuerwehr Oldenburg nachgefordert. In der ca. 100 Meter mal 20 Meter großen Halle standen im hinteren Bereich ca. 800 qm Lagerfläche in Vollbrand. Um ein hinter der Lagerhalle direkt angrenzendes Wohngebäude zu schützen, richtete die Feuerwehr beim Eintreffen sofort eine Riegelstellung ein. Außerdem wurde parallel dazu ein massiver Löschangriff mit mehreren Trupps unter schwerem Atemschutz eingeleitet. Dazu wurden unter anderem auch mobile Wasserwerfer, sowie der am Fahrzeug fest verbaute Wasserwerfer der Sandhatter Feuerwehr eingesetzt. In der Lagerhalle hatten sich unterschiedliche Firmen eingemietet. So war im ersten Moment nicht klar, was dort alles gelagert wird. Während der ersten Löschmaßnahmen waren immer wieder kleinere Detonationen im Gebäude zu hören. Aufgrund der massiven Rauchentwicklung wurden die Anwohner im Bereich um die Einsatzstelle aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Auch der Verkehr auf der nur wenige hunderte Meter entfernten A29 musste aufgrund der Sichtbehinderungen teilweise eingeschränkt werden. Da sich während den Löscharbeiten das Wasser was den Einsatzkräften entgegen lief auf einmal Gelb färbte, und ein süßlicher Geruch deutlich wahrnehmbar war, wurden die Löscharbeiten sofort unterbrochen und ein erweiterter Sicherheitsbereich eingerichtet. Kurzzeitig musste man von Gefahrgut ausgehen, was den Einsatzkräften dort entgegen lief. Vorsichtshalber wurde daraufhin der Zugführer des Gefahrgutzuges des Landkreises Oldenburg als Fachberater Gefahrgut, der Gerätewagen Atemschutz sowie der ELW2 nachalarmiert. Bereits wenig später konnte der Mieter der Halle die Gelbe Substanz erklären. Er hatte in der Halle Phosphor-Milchsäure und ätherische Öle gelagert. Beides wird für die Herstellung von Tierfuttermitteln verwendet. Eine Gefahr für Mensch oder Umwelt bestand zu keiner Zeit. Aufgrund eines nahe liegenden Wasserauffangbeckens in das das Gelbe Löschwasser zu laufen drohte, wurde auch der OOWV hinzugezogen. Nach dessen Eintreffen wurden Proben entnommen und vorsichtshalber noch einmal auf Gefahrstoffe überprüft. Der Leiter der Gefahrgutkomponente konnte jedoch nach kurzer Zeit Entwarnung geben, sodass die Löscharbeiten umgehend fortgesetzt werden konnten. Kurze Zeit später war der Brand unter Kontrolle. Zur Sicherheit wurde ein Saugwagen der Firma [k]nord angefordert, um das gelbe Löschwasser aufzusaugen. Die Nachlöscharbeiten zogen sich bis in die Nacht hinein. Große Unterstützung bekamen die Kameraden bei diesem Einsatz durch die Drohnengruppe der Malteser aus Ganderkesee. Mithilfe dieser gelang es, Bilder von dem Dach des Gebäudes und dem Inneren zu bekommen. Außerdem konnten durch die integrierte Wärmebildkamera effektiv und schnell noch vorhandene Glutnester lokalisiert werden. Um ganz sicherzugehen, dass auch die letzten Glutnester erstickt werden, wurde die Halle abschließend noch einmal großflächig mit einem Schaumteppich eingedeckt. Die Einsatzstellenhygiene wurde durch die Feuerwehren Wardenburg und Altmoorhausen gestellt. Gerade bei solch großen Brandeinsätzen ist Kontaminationsverschleppung ein wichtiges Thema, welches immer mehr in den Vordergrund rückt. Unterstützt wurden alle 160 Kameraden durch die Schnell-Einsatz-Gruppe der Malteser Sandkrug. Diese sorgte während des gesamten Einsatzes für kalte und warme Getränke, sowie für eine leckere Mahlzeit zur Stärkung der Einsatzkräfte. Gegen 23:30 Uhr wurde vom Einsatzleiter das Einsatzende bekannt gegeben. Es wurden noch letzte Aufräumarbeiten durchgeführt und die Einsatzkräfte rückten gegen 00:10 Uhr Fahrzeug für Fahrzeug ab. Das Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Sandkrug stellte noch bis 03:30 Uhr eine Brandwache. Insgesamt waren 6 Feuerwehren der Gemeinden Hatten, Wardenburg und Hude sowie der Stadt Oldenburg, der Einsatzleitwagen 2, der Gerätewagen Atemschutz, der Gefahrgutzug des Landkreises Oldenburg sowie die Schnell-Einsatz-Gruppe und die Drohnengruppe der Malteser vor Ort. Die Zusammenarbeit zwischen allen Einsatzkräften hat hervorragend funktioniert. Mit dem wieder herstellen der Einsatzbereitschaft konnten dann gegen 05:00 Uhr auch die letzten Kameraden aus Sandkrug das Feuerwehrhaus verlassen. Zu dem entstanden Sachschaden kann von Seiten der Feuerwehr keine Angabe gemacht werden. Die Polizei wird hierzu die Ermittlungen aufnehmen.

 

Bilder: Timo Nirwing, Ortspressewart Feuerwehr Sandkrug

 

Tom Kramer, Gemeindepressewart Feuerwehr Hatten

 

Andre van Elten, 261 News

 


Ausgerückte Einsatzfahrzeuge Sandkrug

 

MTF - Mannschaftstransportfahrzeug

 

LF 16 TS - Löschgruppenfahrzeug

 

LF 8 - Löschgruppenfahrzeug

 

TLF 16/25 - Tanklöschfahrzeug

 


Alarmierte Feuerwehr/en

 

Altmoorhausen

 

Kirchhatten

 

Sandhatten

 

Sandkrug

 

Wardenburg

 

Oldenburg

 

Landkreis Oldenburg mit diversen Fahrzeugen

 

SEG Sandkrug

 

SEG Ganderkesee

 


Einsatzkräfte Sandkrug

 

40 Kameraden

 


Einsatzbilder


Einsatzort


Wichtiger Hinweis: 

 

Auf unserer Internetseite berichten wir ausführlich (also auch mit Bildmaterial) über unser Einsatzgeschehen. Bilder werden erst gemacht, wenn das Einsatzgeschehen dies zulässt! Es werden keine Bilder von Verletzten oder Toten gemacht oder hier veröffentlicht! Alle Bilder und Texte unterliegen dem Copyright des Ortspressewartes Timo Nirwing und der Feuerwehr Sandkrug. Das kopieren der Bilder und Texte ist ohne Zustimmung untersagt. Bei Interesse an den Bildern und Texten nehmen Sie bitte mit dem Urheber Kontakt auf. 

 

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